psychologische Beratung und Kinesiologie, Peter Fischer, lic.phil.I, Biel

Psychologisches Sonntags-Häppchen Nr. 64

Thema Selbstwert: Eigenlob stinkt nicht — mach dir selbst immer wieder mal ein Kompliment

Eigen­lob stinkt“.  Ein Satz, den ich aus mei­ner Kind­heit immer noch irgend­wo in mei­nem Reper­toire habe. Sich sel­ber loben, ins­be­son­de­re vor ande­ren Men­schen, das macht man nicht, das hat ein übler Nach­ge­schmack,  ande­re dür­fen mich loben, mir selbst steht das nicht zu. Wir Schwei­zer prah­len nicht – das tun ande­re. Wir sind beschei­den. Lie­ber das Licht unter den Schef­fel stel­len. All das sagt die­ser Satz “Eigen­lob stinkt” zwi­schen den Zei­len.  Sich sel­ber loben ist qua­si unan­stän­dig. Anstands­re­geln sind aus psy­cho­lo­gi­scher Sicht häu­fig frag­wür­dig. Sie geben für sozi­al ange­pass­tes Ver­hal­ten zwar Ori­en­tie­rung,  set­zen aber häu­fig  unan­ge­mes­se­ne Gren­zen, wenn man sie gene­ra­li­siert, das heisst undif­fe­ren­ziert anwendet.

Das Wort „loben“ benutzt man heu­te eher sel­ten. Heu­te sagt man eher „ein Kom­pli­ment machen“.  Damit drückt man sei­ne Wert­schät­zung und sein Gefal­len für ein bestimm­tes Ver­hal­ten aus. Ist es unan­stän­dig oder unan­ge­mes­sen, wenn ich mir ein Kom­pli­ment mache, indem ich mir selbst und ande­ren gegen­über bewusst aus­drü­cke „das war super, ich bin sehr zufrie­den mit mir!“?  Wohl kaum. Es ist ein Aus­druck der eige­nen Selbst­ach­tung und Wert­schät­zung. Psy­cho­lo­gisch gese­hen etwas sehr Wich­ti­ges und Wir­kungs­vol­les. Sich selbst zu loben ist für den Selbst­wert  min­des­tens so nach­hal­tig  wie ein Sel­fie, das auch ein Aus­druck der eige­nen Selbst­ach­tung und Wert­schät­zung ist. Ist es unan­ge­bracht und schickt es sich nicht, wenn Nadi­ne, die vor kur­zem eine neue Arbeits­stel­le ange­tre­ten hat,  ihrer Freun­din fol­gen­des sagt: „ Heu­te hat mich die Arbeits­kol­le­gin, von wel­cher ich dir neu­lich erzählt habe, wie­der gehö­rig pro­vo­ziert. Ich blieb sach­lich, bot ihr Paro­li und blieb inner­lich ruhig.  Dass ich so reagie­ren konn­te, hat mich sehr gefreut.“  Die­se Aus­sa­ge ist weder ein Prah­len, noch ein Bestä­ti­gung-Suchen, noch ein „fishing for com­pli­ments“, son­dern ein Kom­pli­ment an die Adres­se der eige­nen Person.

Möch­ten Sie den Blog abon­nie­ren? Wenn ja, benut­zen Sie unten die Suscri­be Form und tra­gen Sie dort Ihre eMail-Adres­se ein.


 

Kein Kommentar vorhanden

Noch kein Kommentar vorhanden. Schreiben Sie den Ersten!

Hinterlassen Sie einen Kommentar: