psychologische Beratung und Kinesiologie, Peter Fischer, lic.phil.I, Biel

Psychologisches Sonntags-Häppchen Nr. 58

Thema Emotionen: Der emotionale Stil

Jeder Mensch hat sei­ne eige­ne Art, wie er mit den Emo­tio­nen umgeht. Fol­gen­de Haupt-Kri­te­ri­en kenn­zeich­nen mei­nen indi­vi­du­el­len emo­tio­na­len Stil:

  • Wie häu­fig neh­me ich die ein­zel­nen wich­tigs­ten Grund­emo­tio­nen (Freu­de, Angst, Wut, Trauer)
  • Wie inten­siv neh­me ich sie wahr.
  • Zei­ge ich die wahr­ge­nom­me­ne Emo­ti­on auch gegen aus­sen oder behal­te ich die Emo­ti­on in mei­nem Innern. (Dabei spie­len mei­ne kon­kre­ten Vor­stel­lun­gen eine Rol­le, wel­che Emo­tio­nen man gegen aus­sen zei­gen darf und wel­che nicht. Das Zei­gen von Emo­tio­nen ist auch stark kontextabhängig.)

Selbst­ver­ständ­lich gibt es noch zahl­rei­che ande­re Kri­te­ri­en. Die hier genann­ten sind wie erwähnt Haupt-Kriterien.

Der emo­tio­na­le Stil ist nicht ange­bo­ren, son­dern jeder Mensch ent­wi­ckelt ihn im Lau­fe sei­nes Lebens.  Meis­tens  sind es wie­der­hol­te, sich ähn­li­che Lern­er­fah­run­gen, aus denen eine Art Mus­ter gebil­det wird. Das Mus­ter bewirkt in der Regel, dass schmerz­haf­te Emo­tio­nen ver­mie­den wer­den. Es wer­den Ver­mei­dungs- und Schutz­stra­te­gi­en gelernt und ange­wandt. Ein Schutz­me­cha­nis­mus zum Bei­spiel ist, dass eine der Grund­emo­tio­nen eine ande­re Emo­ti­on, die schmerz­haft ist, über­deckt. Hier­für ein Bei­spiel: Eine Frau ist sehr trau­rig, weil eine lang­jäh­ri­ge Bezie­hung in die Brü­che gegan­gen ist. Die gros­se Trau­er ver­deckt eine eben­so gros­se Wut, weil der Part­ner sie hin­ter­gan­gen hat.

Jan Gla­sen­app emp­fiehlt in sei­nem Buch  „Emo­tio­nen als Res­sour­cen“ fol­gen­den emo­tio­na­len Stil zu ent­wi­ckeln: Mit einem Stil, in dem alle Grund­emo­tio­nen dif­fe­ren­ziert und zu mehr oder weni­ger glei­chen Antei­len emp­fun­den wer­den, wird das Poten­ti­al und die Res­sour­cen der Emo­tio­nen am bes­ten genutzt. Dies ist die Grund­la­ge für einen fle­xi­blen Umgang mit Emo­tio­nen. Die inne­re Ver­füg­bar­keit von Alter­na­ti­ven in der emo­tio­na­len Reak­ti­on bil­det die Grund­la­ge, um je nach Situa­ti­on in einem emo­tio­na­len Gleich­ge­wicht zu blei­ben. Ist der per­sön­li­che emo­tio­na­le Stil stark durch Mus­ter geprägt, so benö­tigt es in der Regel eine pro­fes­sio­nel­le Beglei­tung, um einen fle­xi­ble­ren Umgang zu ent­wi­ckeln und einzuüben.

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