psychologische Beratung und Kinesiologie, Peter Fischer, lic.phil.I, Biel

Psychologisches Sonntags-Häppchen Nr. 65

Thema Selbstwert:  belohnen — ermutigen

Beloh­nen und ermu­ti­gen — die­se zwei Ver­hal­tens­wei­sen gehen in die glei­che Rich­tung: Sie för­dern die Moti­va­ti­on. In ihrem psy­cho­lo­gi­schen Inhalt und in ihrer Wir­kung sind sie aber kei­nes­wegs so iden­tisch, wie es auf Anhieb erscheint.

Man belohnt jeman­den (die eige­ne Per­son inbe­grif­fen), wenn etwas ganz Bestimm­tes mit Erfolg abge­schlos­sen wur­de. Als Beloh­nung wird häu­fig Geld ein­ge­setzt, sei es bar oder indem man der Per­son, die belohnt wird, etwas kauft, das je nach Inter­es­se und Geschmack einen posi­ti­ven Wert ver­kör­pert. Wie die Begeis­te­rung und das Inter­es­se an einem neu­en Spiel­zeug bei einem Kind nach recht kur­zer Zeit nach­lässt, ver­liert eine Beloh­nung rasch die moti­vie­ren­de Wir­kung. Eine Beloh­nung moti­viert für die Aus­füh­rung eines bestimm­ten Ver­hal­tens auf­grund äus­se­rer Fak­to­ren (extrin­si­sche Moti­va­ti­on) und nicht auf­grund von posi­ti­ven Wer­ten, wel­che das Ver­hal­ten selbst beinhal­tet (intrin­si­sche Moti­va­ti­on). Beloh­nen und bestechen lie­gen manch­mal eng bei­ein­an­der.

Jeman­den ermu­ti­gen (die eige­ne Per­son inbe­grif­fen) bezieht sich oft auf eine in naher Zukunft lie­gen­de Auf­ga­be, die den betref­fen­den Men­schen in gewis­ser Art und Wei­se her­aus­for­dert. Man spricht die­ser Per­son für die Bewäl­ti­gung der gestell­ten Auf­ga­be Kraft und Selbst­ver­trau­en zu. Man glaubt an sie: „Du bist fähig, die Auf­ga­be mit einem posi­ti­ven Resul­tat aus­zu­füh­ren“. Ich kann mich sel­ber ermu­ti­gen — indi­rekt, indem ich in mei­nem Inne­ren ein gutes Kli­ma schaf­fe. Ich ver­traue mei­nen Fähig­kei­ten, indem ich mir etwas zutraue. Zu die­sem posi­ti­ven inne­ren Kli­ma passt ganz und gar nicht, dass ich die eige­ne Per­son mit ihren Fähig­kei­ten hin­ter­fra­ge. Ich kann mich auch direkt ermu­ti­gen, indem ich bei einer Auf­ga­be, die meh­re­re Schrit­te ent­hält, den ers­ten posi­tiv ver­lau­fe­nen Schritt wür­di­ge „das habe ich super gemacht“ und mir nicht erst ganz am Schluss – wenn sämt­li­che Arbeit erle­digt und das Ziel voll­um­fäng­lich erreicht ist — auf die Schul­ter klop­fe. Beim Ermu­ti­gen hat es Platz für Miss­er­folg. Ich kann mich ermu­ti­gen, auch wenn ich einen Feh­ler gemacht habe, oder wenn ich etwas nicht opti­mal habe aus­füh­ren kön­nen. Gera­de in die­sen Momen­ten kann Ermu­ti­gung sehr wich­tig sein. Beloh­nung und Applaus gibt es nur bei Erfolg. Ermu­ti­gung erhöht das Gefühl der Selbst­ach­tung. Sie kann das inne­re Wachs­tums­po­ten­ti­al eines Men­schen akti­vie­ren und för­dern, eben­so die inne­re Hal­tung „ich bin okay“ und „ich kann“.

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